Kann Whisky eigentlich schlecht werden?

Wer vor vielen Jahren mit dem Sammeln hochwertiger Whiskys begonnen oder eine größere Ansammlung von Spirituosen geerbt hat, stellt sich womöglich die Frage, ob Whisky, Rum oder Cognac schlecht werden können. Dieser Frage sind wir nachgegangen und zu folgenden Ergebnis gekommen: Verderben im klassischen Sinne können hochprozentige alkoholische Getränke zwar nicht, dennoch beeinflussen bestimmte Faktoren auf Dauer den Geschmack und können somit die Qualität mindern. Es gibt daher einige Aspekte, die man bei der Lagerung beachten sollte.

Haltbarkeit bei verschlossenen Flaschen

Whisky besitzt kein Ablaufdatum. Geschlossene Flaschen können ihr Ursprungsaroma bei korrekter Lagerung viele Jahre lang beibehalten. Im besten Fall wird Whisky möglichst dunkel und in jedem Falle aufrecht gelagert. Das gilt insbesondere für Flaschen mit Korkverschlüssen, denn diese sind (anders als beim Wein) für die mehrfache Verwendung vorgesehen und verschließen die Flasche nicht allzu fest. Werden bei Whiskys Naturkorken verwendet, können diese ihren Geschmack an die Spirituose abgeben und ihn somit verfälschen. Das geschieht, wenn die Flüssigkeit längeren Kontakt mit dem Korken hat (z.B. durch liegende Lagerung). Außerdem schrumpfen und zersetzen sich Naturkorken durch längeren Kontakt mit Alkohol und werden dadurch nach einiger Zeit undicht. Eine liegende Lagerung würde also zu schnellerem Flüssigkeitsverlust und dem Eindringen von Sauerstoff führen.

Zusätzlich gilt es bei der Lagerung die Temperatur zu berücksichtigen. Zwar kann Whisky problemlos bei Zimmertemperatur gelagert werden, jedoch können Schwankungen und Hitze die Verdunstung des Alkohols fördern. Eine trockene und kühle Lagerung ist demnach zu empfehlen.

Haltbarkeit bei geöffneten Flaschen

Wein kann sich bekanntermaßen bereits binnen weniger Tage nach dem Öffnen vom edlen Tropfen zu einem ungenießbaren Trunk entwickeln. Für Whisky gilt dies – aufgrund des hohen Alkoholgehalts – jedoch nicht. Die Faustregel besagt, dass eine angebrochene Flasche in den ersten sechs Monaten aufgebraucht werden sollte. Darüber hinaus besteht ansonsten das Risiko, dass die Spirituose ihren ursprünglichen Geschmack verliert.

Die Gründe dafür sind vielfältig, lassen sich aber hauptsächlich auf drei Faktoren zurückführen: Sauerstoff, Wärme und Licht. Die Oxidation, eine chemische Reaktion des Whiskys mit Sauerstoff, führt dazu, dass geschmackliche Veränderungen eintreten. Je weniger von einer Spirituose durch Verdunstung oder Undichtigkeit in der Flasche enthalten ist, desto höher der Sauerstoffanteil und desto stärker die geschmackliche Veränderung. Durch Temperaturschwankungen bei der Lagerung kann der Alkohol verdunsten. Das führt dazu, dass der Whisky immer weicher wird und letztendlich sogar verdirbt. Licht sorgt zusätzlich dafür, dass er farblich ausbleicht und die Geschmacksmoleküle zerstört werden.

Wem der ursprüngliche Geschmack seines Whiskys gefällt, der sollte darauf achten, die Flasche auch im geöffneten Zustand dunkel, trocken und kühl zu lagern. Da die beschriebene Veränderung bei allen Spirituosen gleichermaßen eintritt, gelten diese Regeln auch für Rum, Cognac und Co.

Wurde Ihre Flasche kühl und dunkel gelagert, ist ungeöffnet und weist keinen Flüssigkeitsverlust oder eine farbliche Veränderung auf, ist dies die beste Voraussetzung für dessen einwandfreien Geschmack. Sind jedoch Veränderungen beim Füllstand oder der Farbe festzustellen, wirkt sich dies nachteilig auf die Genießbarkeit und auch den Wert einer Flasche aus.

Vergleich Whiskys Füllstand und Farbe
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